Kunsthaus Hamburg 5.9.–8.11.2026
Männer in schwerer Schutzkleidung verharren in angespannter Erwartung. Eine behandschuhte Hand zündet eine Zigarette an, ein Mundschutz wird zurechtgerückt. Dann setzt sich die uniform gekleidete Menge in Bewegung. Feuerwerkskörper werden angesteckt, hochgeworfen, explodieren. Rotes Papier fliegt in kleinen Schnipseln durch die Luft, regnet herab auf die Masse sich bewegender Körper. In langsamen Bildern entwickelt die deutsch-iranische Künstlerin Yalda Afsah (*1983) in ihrem neusten Film HEAT (2026) eine Erzählung, die von Aggression und Verletzlichkeit handelt, von Rücksicht und der kollektiven Bereitschaft der Gefährdung, von Affekt und Choreographie. Und die in ihrer wenig konkreten Narration umso deutlicher die Ambivalenz von Ritualen offenlegt. Können sie in einer hyperdigitalisierten Welt Orientierung liefern? Geben sie Halt oder sind sie haltlos? Mit den für sie so charakteristischen Auslassungen in der Narration öffnet Afsah Resonanzräume, in welchen die Gedanken mit dem Loop des Videos Kreise ziehen können. Was geschieht hier? Und warum? Die Unbestimmtheiten in der filmischen Erzählung verleiten zu Spekulationen.

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